Organ Darm

Organ Darm – wichtig für das Immunsystem und die Aufnahme von Nährstoffen

Aufbau des Darms

Jeder von uns weiß, dass der Mensch einen Darm besitzt, und dass es dessen Aufgabe ist, die zugeführte Nahrung zu verwerten und dass das, was am Ende abgegeben wird, sehr geruchsintensiv und auch – wenn wir krank sind – unter Umständen sehr flüssig sein kann. Das ist das Restwissen aus dem Biologieunterricht. Dass in unserem Mikrosystem Mensch ein höchst empfindliches Makrosystem (mikro = klein, makro = groß) existiert, ist den wenigsten bewusst. Daher tun sie bewusst wenig oder nichts dafür, dieses Makrosystem zu pflegen, damit es möglichst effektiv arbeiten kann. Das Gegenteil ist eher der Fall. Sie leben und ernähren sich derart ungesund, als ob sie diesem System mit Absicht Schaden zufügen möchten.

Der Darm ist anatomisch (Anatomie = Lehre vom Aufbau von Organismen) wie folgt gegliedert:

Schema Magen mit Darm 1 = Magen; 2 = Duodenum; 3 = Dünndarm, 4 = Dickdarm; 5 = Rektum

Schema Magen mit Darm
1 = Magen; 2 = Duodenum; 3 = Dünndarm, 4 = Dickdarm; 5 = Rektum

  • Dünndarm mit
    • Zwölffingerdarm (Duodenum) mit einer Länge von etwa 12 Fingerbreiten
    • Leerdarm (Jejunum), welcher wesentlich länger als der Zwölffingerdarm ist (ca. 2/5 der Gesamtlänge des Dünndarms) und geht über in den
    • Krummdarm (Ileum, ca. 3/5 der Gesamtlänge des Dünndarms)
  • Dickdarm und
    Rektum. Beide sind ca. 1,5 m lang.

Der Aufbau der Dünndarmwand besteht aus 4 Schichten und ist derart gestaltet, dass in ihrem Inneren durch entsprechende Falten und einer großen Zahl von Ausstülpungen ( u.a. die so genannten Mikrovilli, jedes etwa 100nm dick und 2 μm lang) die Oberfläche der Schleimhautoberfläche ganz stark vergrößert wird. Ausgebreitet würde die so erreichte Oberflächenvergrößerung ungefähr der Fläche von 200 Quadratmetern entsprechen – alles nur, um den Speisebrei besser in den Körper aufnehmen zu können.

In die Darmschleimhaut eingebettet sind verschiedene Drüsen zum Zwecke

  • der Abgabe eines Sekrets zum Schutze der Schleimhautoberfläche
  • der Schleimbildung
  • der Bildung stoffwechselaktiver Sekrete (= von Drüsen abgegebene Produkte)
  • der Abgabe von Hormonen
  • der Regeneration der Schleimhautzellen. Dünndarmzellen gehören zu den Zelltypen des Organismus, die am schnellsten erneuert werden.

Die von den Drüsen gebildeten und abgegebenen Sekrete bilden den Dünndarmsaft. Seine Aufgabe ist es die im Darm gelösten Substanzen besser zu den Mikrovilli zu transportieren, damit diese dort besser aufgenommen werden können. Weiter finden sich im Dünndarm viele Lymphfollikel (Follikel = Knötchen), deren Aufgabe es ist, eingedrungene Krankheitserreger zu bekämpfen und unschädlich zu machen. Die Gesamtheit der Lymphknötchen wird als Peyersche Plaques bezeichnet.

Mikrovilli des menschliches DünndarmsDer kleine Querstrich im unteren linken Bildbereich kennzeichnet eine Srecke von 10nm.

Mikrovilli des menschliches Dünndarms
Der kleine Querstrich im unteren linken Bildbereich kennzeichnet eine Srecke von 10nm.

Für den Transport des Speisbreis innerhalb des Darms gibt es verschiedene Bewegungstechniken, welche es vollbringen, den Speisebrei innerhalb einer Zeitdauer von 6 – 10 Stunden durch den Dünndarm zu befördern. Welcher Teil des autonomen (innerkörperliche Prozesse werden völlig automatisch gesteuert) Nervensystems wie wirkt, können sie auf ATLASKORREKTUR im Kapitel „EXKURS VEGETATIVES NERVENSYSTEM“ nachlesen.

Speisebrei und Darm

Die Hauptaufgabe des Dünndarms ist, die Aufnahme der im Speisebrei gelösten Stoffe. Damit dies erreicht werden kann, werden Gallensaft und Pancreassaft benötigt, welche schon im Zwölffingerdarm den Speisebrei zugemischt werden. Beide Säfte enthalten so genannte Enzyme (Eiweißkörper, die eine chemische Reaktion einleiten), um die vom Magen abgegebene Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile zu zerlegen. Da der Magen den Speisebrei nur mit einem sehr hohen Säuregrad ausstößt und die Enzyme nur bei einem deutlich niedrigerem Säuregrad (= pH-Wert) ihre volle Aktivität entfalten können, wird das Darmmilieu durch diese Säfte in Richtung basischer Bereich bewegt. Mehr Informationen zu Säuren und Basen unter SÄURE BASEN HAUSHALT.

Die Resorption (= Aufnahme) der Nahrungsbestandteile ist normalerweise nach der Passage des Jejunums abgelaufen. Der folgende Darmabschnitt, dass jejunum, dient typischerweise nur als Resorptionsreserve, wo vornehmlich die so genannten Elektrolyte (u.a. Kalium, Calcium, Magnesium; Elektrolyte leiten nach Anlegen einer Spannung Strom) von der Darmschleimhaut aufgenommen werden. Im Einzelnen werden im Dünndarm die Nahrungsbestandteile wie folgt aufgenommen:

  • Eiweiße in Form ihrer kleinsten Bausteine, den Aminosäuren
  • Kohlenhydrate größtenteils in Form von Polysacchariden ( = „Vielzucker“) wie z.B. Stärke aus Kartoffeln oder Einfachzuckern
  • Triglyzeride als so genannte Neutralfette aus Wurst, Eier, Milch, Butter, Öl usw. (ca. 90% der aufgenommenen Menge), aber auch andere Fette wie Phopholipide (phosphorhaltige Fettvervindung) oder Cholesterin (ca. 10% der aufgenommenen Menge). Wenn nur 10 % der Fette in Form von Cholesterin aufgenommen werden, kann der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel Cholesterinspiegel wirklich deutlich beeinflussen. Für die Menge des von der Leber zu bildenden Cholesterins ist der Disse-Raum äußerst wichtig. Siehe hier: CHOLESTERIN
  • Elektrolyte im Jejunum
  • Vitamine
    Die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) werden mit fetthaltigen Nahrungsbestandteilen aufgenommen.
    Wasserlösliche Vitamine werden passiv resorbiert, das heißt, es findet eine Wanderung vom Ort einer hohen Konzentration in Richtung einer niedrigen Konzentration statt.
  • Elektrolyte und Wasser im Dickdarm und Rektum (Enddarm)

Bedeutung der Darmflora

Der Pilz Candida albicans Nimmt er überhand, bezeichnet man dies als Candidiais. Dieser Pilz scheint sich vor allem nach reichlichen Antibiotikagaben gut zu vermehren. Er scheint nur phasenweise im Stuhl nachweisbar zu sein. Die chemische Keule zu seiner Bekämpfung trägt den Substanznamen Nystatin. Der Abtötung des Keims sollten Maßnahmen folgen, die Darmflora wieder auzubauen. Denn der Keim ist nichts, das Milieu ist alles.

Der Pilz Candida albicans
Nimmt er überhand, bezeichnet man dies als Candidiais. Dieser Pilz scheint sich vor allem nach reichlichen Antibiotikagaben gut zu vermehren. Er scheint nur phasenweise im Stuhl nachweisbar zu sein. Die chemische Keule zu seiner Bekämpfung trägt den Substanznamen Nystatin. Der Abtötung des Keims sollten Maßnahmen folgen, die Darmflora wieder auzubauen. Denn der Keim ist nichts, das Milieu ist alles.

Eine gesunde Darmflora ist für die Gesundheit des Menschen eine unabdingbare Voraussetzung. Der Begriff Darmflora bezeichnet die microbielle (mit Kleinstlebewesen) Besiedelung des Darms. Der gesunde Darm enthält 10 mal mehr Bakterien und Mikroben als der ganze menschliche Köprer Zellen. Veränderungen der Schleimhautbeschaffenheit und des Milieus im Darm führen recht schnell zu Veränderungen der Zusammensetzung der Darmflora. Dabei werden typischerweise auch die regulären Darmfunktionen in Mitleidenschaft gezogen. Das Eine bedingt das Andere, es kann praktisch ein Teufelskreis entstehen.

Der Darm des Neugeborenen enthält keine Bakterien / Mikroben. Bei normaler Geburt nimmt das Neugeborene Keime des Geburtskanal als erste Grundlage zur Ausbildung einer gesunden Darmflora auf. Im weiteren Leben bildet sich die Darmflora als komplexes Ökosystem über die Muttermiclh, Nahrungsaufnahme und auch Umwelteinflüsse aus. Im Dickdarm sind etwa 1011 bis 1012 Bakterien/ml angesiedelt. Man geht davon aus, dass sich diese enorme Zahl an Kleinstlebewesen aus 400 – 500 Hefe- und Bakterienarten zusammensetzt. Im beginnenden Dünndarm befinden sich vor allem Milchsäurebakterien und Streptokokken mit einer Konzentration von 103 bis 104 Mikroorganismen/ml, im Endbereich des Dünndarms steigt die Konzentration auf 108 bis 109.

Es gibt gute und schlechte Darmkeime. Die guten sondern Substanzen ab, um schlechte Darmkeime in Schach zu halten. Werden bei Infektionen Antibiotika eingesetzt, besteht die Gefahr, dass viele der guten Helfer vernichtet und so stark dezimiert werden, dass schlechte Mikroben die Oberhand gewinnen, welche Symptome von leichten Verdauungsstörungen bis hin zu schwersten Darmstörungen und Darmerkrankungen provozieren können. Daher empfehlen viele naturheilkundige Therapeuten, nach einer Behandlung mit einem Antibiotikum Maßnahmen zu ergreifen, um eine geschädigte Darmflora wieder aufzubauen.

Clostridium difficile Ein "schlechter" Darmkeim. Beim Menschen ein harmaloses Stäbchenbakterium im Darm. Gewinnt er hier allerdings die Oberhand, kann er sehr gefählich werden, da dieses Bakterium Toxine abgibt. Übrigens ist das C.D. ein häufiger Krankenhauskeim.

Clostridium difficile
Ein „schlechter“ Darmkeim. Beim Menschen ein harmaloses Stäbchenbakterium im Darm. Gewinnt er hier allerdings die Oberhand, kann er sehr gefählich werden, da dieses Bakterium Toxine abgibt. Übrigens ist das C.D. ein häufiger Krankenhauskeim.

Doch das Ökosystem reagiert zudem sehr sensibel auf andere Faktoren wie z.B. eine Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts. Die Enzyme des Darms funktionieren nur in einem bestimmten pH-Bereich sehr gut. „Übersäuerungen“ führen dazu, dass der Nahrungsbrei weniger gut aufgeschlossen werden kann. Ebenso kann es sein, dass Mikronährstoffe weniger gut aufgenommen werden können. Zudem kann sich mit der Veränderung des Milieus noch zusätzlich die Darmflora in Richtung Fäulnisbakterien verändern. Damit wird der Nahrungsbrei wieder weniger aufgeschlossen…, usw.. Inwieweit Quecksilber oder Schwermetalle allgemein die Zusammensetzung der Damflora stören können Sie auf der Seite SCHWERMETALLE nachlesen.

Eine gesunde Darmflora ist also wirklich sehr bedeutsam für die Gesundheit des Menschen. Mit den sogenannten Probiotika (pro = für; bios = Leben) stehen Mittel zur Verfügung, um einen geschädigten Darm wieder in Form zu bringen. Die Probiotika wurden von Ilja Metchnikoff (*15.04.1845 – †15.08.1916) entdeckt und erforscht.

Probiotika sind Lebensmittelzubereitungen, welche lebensfähige Mikoorganismen enthalten. Sie stellen ein hohes Kulturgut früherer Jahrtausende dar und werden so langsam in ihrer Bedeutung auch von der Nahrungsmittelindustrie wahrgenommen und entsprechend (teuer) vermarktet. Wie viele der guten Joghurtkeime auch im Darm, wo sie gebraucht werden, ankommen, scheint von Produkt zu Produkt unterschiedlich zu sein. Und welchen Einfluss die extra gezüchteten Keime auf die natürliche Darmflora besitzen können, wird meiner Meinung nach in naher Zukunft intensiver diskutiert werden. Persönlich verlasse ich mich hier lieber auf natürliche Produkte, um meinen Darm zu pflegen.

Therapeutisch setze ich gerne nach entsprechender Diagnose eine spezielle Milchsäurebakterienzubereitung in Kapsel- oder Saftform mit einer ausreichenden Anzahl an Milchsäurebakterienstämmen ein – ganz getreu dem Motto, „da weiß man, was man hat“. Milchsäurebakterien gehören zu den ganz wichtigen guten Keimen, sie helfen dabei, schlechte Darmkeime auf ein gesundes Maß zu reduzieren und sind auch ein wichtiger Faktor für den Aufbau einer guten und gesunden Darmschleimhaut.

Lactobazillus bulgaricus Das Milchsäurebakterium Lactobacillus bulgaricus. Es wird zur Herstellung von Joghurt verwendet.

Lactobazillus bulgaricus
Das Milchsäurebakterium Lactobacillus bulgaricus. Es wird zur Herstellung von Joghurt verwendet.

Zum Schluss darf ich erneut darauf hinweisen, dass eine gute Funktion des Darms auch abhängig ist von einer guten Funktion des Nervensystems. Was nützt das Vorhandensein aller wichtiger Stoffe und Bakterien, wenn der Auftrag unserer obersten Steuereinheit, mit dem, was im Darm schwimmt, richtig umzugehen, fehlt? Hier können Wirbelblockaden und starke Verspannungen im muskulären System ursächlich sein. Die ganzheitliche Betrachtung von Beschwerden ist daher immer wichtig! Siehe zum gesamten Komplex auch NERVENSYSSTEM und WARUM CHIROPRAKTIK?

Behalt den Kragen warm, füll nicht zu sehr den Darm.
(Martin Luther, (1483 – 1546))

Wichtig:


Inwieweit ich Fragen zu Krankheiten, deren Ursachen und Therapieansätze oder zu mir bekannten Therapeuten in Ihrer Wohnortnähe oder anderswo beantworte, lesen Sie bitte unter ANFRAGEN ZU THERAPEUTEN nach.


Ich bedanke mich für Ihr Verständnis!

HIER können Sie den Erstanamnesebogen downloaden oder ausdrucken.

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