Chiropraktik modern, amerikanisch

Chiropraktik modern amerikanisch — ein Unterschied zum Einrenken alter Methoden

Geschichtliches

Chi­ro­prak­tis­che Tech­niken sind mehrere Jahrtausende alt und wur­den in Urzeit­en von nichtmedi­zinis­chen Beruf­s­grup­pen wie z.B. Bar­bi­eren aus­geübt. Im Alter­tum wur­den manuelle Ther­a­pi­en unter anderem auf Märk­ten prak­tiziert. Hip­pokrates lehnte diese Ther­a­pi­en anfangs ab, später, so wurde berichtet, habe er selb­st eben­falls manuell gear­beit­et. Auch heute noch gehen Men­schen in Deutsch­land zu Knoch­enein­richtern, welche ohne medi­zinis­che Aus­bil­dung diese Fähigkeit beherrschen.

Die mod­erne Chi­ro­prak­tik geht auf den Amerikan­er Daniel Palmer zurück, der am Ende des 19. Jahrhun­derts diesen Begriff prägte. Dieser Begriff stammt aus dem Griechis­chen: chi­ros = die Hand, Prax­is = Ausübung; Chi­ro­prak­tik ist also eine Ther­a­pie, die in ihrer Rein­form mit der Hand aus­geübt wird. Inzwis­chen gibt es Tech­niken, welche sich beson­der­er Arten an  Behand­lungstis­chen oder spezieller Behand­lungswerkzeuge bedi­enen (THOMPSON-TERMINAL-POINT-TECHNIK, CHIRO-INSTRUMENT-TECHNIK, KOREN-SPEZIFIC-TECHNIQUE).

Daniel David Palmer Er

Daniel David Palmer
Er kuri­erte den Haus­meis­ter Har­vey Lil­lard durch die Adjustierung eines Brust­wirbels von seinen Hör­prob­le­men. Als wahrschein­lich erster Men­sch hat er die Verknüp­fung zwis­chen organ­is­chen Beschw­er­den und Wirbel­lux­a­tio­nen erkan­nt und erfol­gre­ich ther­a­piert. Dies war der Grund­stein für die Entste­hung der Chi­ro­prak­tik.

Palmer erkan­nte, dass Block­aden der Wirbel­säule Störun­gen der Funk­tion inner­er Organe nach sich ziehen kön­nen. Bei Fehlstel­lun­gen wird der Platz für den zwis­chen 2 Wirbeln aus­tre­tenden Nerv zu ger­ing, es entste­ht eine muskuläre Verspan­nung mit Druck auf den aus­tre­tenden Nerv. Als Folge kann dieser ganze Bere­ich um den Ner­ve­naus­tritt herum schlechter durch­blutet wer­den und ein Lym­phö­dem entste­hen. Die Summe all dieser Fak­toren ver­min­dert die opti­male Leit­fähigkeit des Nervs zum inneren Organ, und in der Folge treten Fehlfunk­tio­nen des veg­e­ta­tiv­en Ner­ven­sys­tems (steuert ganz automa­tisch — und über den Willen prak­tisch nicht bee­in­fluss­bar — alle vitale Funk­tio­nen) und inner­er Organe auf.

Über diesen Ansatz kon­nte Palmer neben Rück­en­schmerzen und muskulären Verspan­nun­gen auch Störun­gen inner­er Organe behan­deln. Doch lei­der genießt dieser ein­fache und geniale Ansatz in unser­er mod­er­nen Medi­zin nicht den Stel­len­wert, der ihm eigentlich gebührt. Allzu oft wer­den gesund­heitliche Prob­leme, die vielle­icht chi­ro­prak­tisch lös­bar wären, mit der „chemis­chen Keule“ behan­delt. Viele Arzneimit­tel jedoch rauben dem Organ­is­mus beispiel­sweise Vital­stoffe wie Vit­a­min B6 und Zink und kön­nen neg­a­tive Auswirkun­gen auf den Säure-Basen-Haushalt haben.

Chiropraktik alter Prägung versus Chiropraktik modern amerikanisch

Ältere europäis­che Chi­ro­prak­tik wurde mit viel Kraft und kör­per­lichem Ein­satz des Ther­a­peuten durchge­führt. Je mehr es krachte, um so bess­er war es — so die dama­lige Ein­stel­lung. Die Griffe wirk­ten nicht gezielt auf einen fehlste­hen­den Wirbel alleine, son­dern kor­rigierten prak­tisch ganze Areale. War­nun­gen vor der Chi­ro­prak­tik in Deutsch­land sind aufgekom­men, weil ein “Uralt­griff” zu Ver­let­zun­gen geführt hat. Die Anwen­dung des ver­let­zungsträchti­gen Griffes geschieht unge­fähr wie fol­gt:

Der Ther­a­peut ste­ht hin­ter dem Patien­ten und fix­iert den Kopf am Kinn im Ell­bo­gen seines abgewinkel­ten Armes und dreht den Kopf zur einen Seite, um Schwung zu holen. Dann wird der Kopf mit Tem­po zur anderen Seite max­i­mal gedreht und dabei nach oben gezo­gen. Dabei kann es passieren, dass der Kopf über den max­i­mal von sich aus einzunehmenden Bewe­gungsspiel­raum hin­aus bewegt wird. Dieser Griff aus frühen Jahren erlaubt zwar die gle­ichzeit­ige Kor­rek­tur aller Hal­swirbel in einem Arbeits­gang, birgt aber die Gefahr, dass blutver­sor­gende Gefäße, die in den Quer­fort­sätzen der Hal­swirbel einge­bet­tet sind, ein­reißen und zu inneren Ein­blu­tun­gen führen. Dies kann eine Min­der­durch­blu­tung einzel­ner Gehirnareale aus­lösen und das Abster­ben einzel­ner Gehirnzellen, ganz­er Gehirnzen­tren (Gehirn­schlag = Apoplex) bis hin zum Tod zur Folge haben. Eine häu­fige Anwen­dung dieses Griffes kann zu Insta­bil­itäten der Hal­swirbel­säule führen, weil der Ban­dap­pa­rat überdehnt wer­den kann.

Prob­lema­tisch ist es, wenn mit enor­men Kraftaufwand und ver­al­teten Tech­niken behan­delt wird. Dann kann eine chi­rother­a­peutis­che Manip­u­la­tion auch gefährlich sein. Im per­sön­lichen Gespräch und auf den Ver­anstal­tun­gen des GESUNDHEITFORMS in mein­er Prax­is gebe ich gerne hierzu weit­ere Aus­führun­gen.

Chiropraktik modern amerikanisch

Palmer entwick­elte Tech­niken und Griffe, um einzelne Wirbel zu repo­si­tion­ieren. Diese Art der Behand­lung ist für Patient und für Ther­a­peut wesentlich “verträglich­er”, da das Aus­maß der einge­set­zten Kraft wesentlich geringer und die Gefahr von Insta­bil­itäten prak­tisch aus­geschlossen ist.

Die mod­erne Form der amerikanis­chen Chi­ro­prak­tik geht in der Kor­rek­tur nicht über den max­i­malen Bewe­gungsspiel­raum im zu kor­rigieren­den Ele­ment hin­aus. Im Gegen­teil, durch entsprechende Posi­tion­ierung vor der Kor­rek­tur wird die Bewe­gungsmöglichkeit im zu behan­del­nden Seg­ment so eingeschränkt, dass die max­i­male phys­i­ol­o­gis­che Dehnung gar nicht erre­icht wer­den kann. Ein Überdehnen der Bän­der und Hal­testruk­turen ist hier qua­si nicht möglich.

Mod­erne Chi­ro­prak­tik ver­wen­det kurze und schnelle Impulse. Im Prinzip sind die mod­er­nen Griffe und Anwen­dun­gen prak­tisch schmerzfrei. Je nach Empfind­lichkeit des Gewebes zeigt sich nach ein­er Anwen­dung eine Nach­wirkung wie z.B. ein einem Muskelkater ähn­lich­es Gefühl, welch­es ein Hin­weis auf eine Störung im Säure-Basen-Gle­ichgewicht sein kann.

In mod­ern­er Chi­ro­prak­tik erfol­gt ein kurz­er und ziel­gerichteter Impuls erst nach dem Erzeu­gen der Vorspan­nung. Die Griffe sind also zweigeteilt: Vorspan­nung und ziel­gerichteter Impuls auf den block­ierten Wirbel. Die Kor­rek­tur erfol­gt immer inner­halb des nor­malen Bewe­gungsrah­mens des Organ­is­mus, da die Bewe­gungs­frei­heit im block­ierten Wirbel­bere­ich eingeschränkt ist. So kann mod­erne Chi­ro­prak­tik den Hal­teap­pa­rat nicht überdehnen. Daher ste­ht auch ein­er häu­figeren Anwen­dung inner­halb der üblichen Indika­tio­nen (unter Beach­tung der Kon­traindika­tio­nen) nichts im Wege.

Das Knacken — Krepitation

Das während ein­er Kor­rek­tur möglicher­weise auftre­tende Knack­en wird mit dem Fach­be­griff als Krepi­ta­tion beze­ich­net, und löst bei eini­gen Per­so­n­en Befürch­tun­gen aus, dass beispiel­sweise der Knochen geschädigt wer­den oder Knor­pelabrieb stat­tfind­en könne. Heutzu­tage inter­pretiert man das Knack­en als das Platzen ein­er Gas­blase, die entste­ht, wenn Gelenks­flächen voneinan­der gelöst wer­den und der Flüs­sigkeits­film zwis­chen den Kon­tak­t­flächen sich in Form ein­er platzen­den Gas­blase auflöst. Nach ein­er Zeitspanne von 0 — 120 min. baut sich der Unter­druck in Form des Flüs­sigkeits­films wieder auf. Dann kann das Knack­en wieder erzeugt wer­den.

Dieses Phänomen ist uns allen bekan­nt, wenn wir im Liegen z.B. den Fuß streck­en und im Sprungge­lenk rotieren. In gewis­sen Sit­u­a­tio­nen kann es dabei zu einem Knack­en kom­men, worüber wir uns alle nicht wirk­lich ern­sthafte Gedanken machen. Viele Men­schen provozieren eine Krep­ti­ta­tion durch über­mäßiges Beu­gen der Fin­gerge­lenke. Für manche Mit­men­schen ist dieser Laut unan­genehm, aber er ist völ­lig unge­fährlich.

Gut gemeinte Empfehlun­gen, sich nicht zu häu­fig chi­ro­prak­tisch behan­deln zu lassen, ent­behren nahezu jed­er Grund­lage — voraus­ge­set­zt man macht das Richtige. Das wiederum bedeutet, nur mod­erne Chi­ro­prak­tik­tech­niken auszuüben, weil in den mod­er­nen Vari­anten nach amerikanis­chen Tech­niken, nach ACKERMANN oder nach der Meth­ode der SHAOLIN-MÖNCHE Dehnun­gen der Hal­testruk­turen ver­mieden wer­den.

Im Gegen­teil — häu­fige Anwen­dun­gen wären sog­ar wün­schenswert, da die geset­zten Impulse dem Organ­is­mus helfen, seine Neustruk­turierung bess­er voranzutreiben. In den USA wird die Chi­ro­prak­tik an Uni­ver­sitäten gelehrt — und die “Schüler” behan­deln sich prak­tisch täglich. Wenn die häu­fige Anwen­dung Prob­leme machen sollte, wäre das Lehr- und Lernkonzept schon lange verän­dert wor­den. Daher gibt es auch keine Bedenken bezüglich häu­figer­er Anwen­dung der Chi­ro­prak­tik, sofern sie nach den oben geschilderten Prizip­i­en aus­geübt wird!

Bedeutung der amerikanischen Chiropraktik in meiner Therapie- systematik

Mod­erne, amerikanis­che Chi­ro­prak­tik ist für mich zusam­men mit BOWENTHERAPIE und anderen muskel­re­lax­ieren­den Grif­f­en zu den für mich wichtig­sten Ther­a­piev­er­fahren avanciert. Bei­de Heil­ver­fahren set­zen im NERVENSYSTEM wie auch im muskulären Sys­tem Impulse zur Restruk­turierung und Reor­gan­i­sa­tion des ganzen Sys­tems. Mit mod­ern­er, san­fter Chi­ro­prak­tik sind Kor­rek­turen prak­tisch in allen Regio­nen des Kör­pers möglich, wie ich sie mit kein­er anderen Kor­rek­turtech­nik erre­ichen kann. Welch­es andere Kor­rek­tursys­tem bietet so eine per­fek­te Hal­swirbel­säu­lenko­r­rek­tur an?

Dass ein Wirbel in seine richtige Posi­tion nach Lockerung verkrampfter muskulär­er Struk­turen zurück­springt, ist in meinen Augen reines Wun­schdenken, anson­sten müsste eine tiefe Lockerungs­mas­sage genü­gen, um die meis­ten Prob­leme im orthopädis­chen Bere­ich zu lösen. Die chi­ro­prak­tis­che Repo­si­tion­ierung fehlste­hen­der Wirbel führt zu Verän­derun­gen im gesamten Sys­tem. Nach einiger Zeit sollte eine erneute Kor­rek­tur erfol­gen, wie unten beschrieben. Verän­derun­gen des Hal­teap­pa­rates und Stützap­pa­rates, wie sie sich im Laufe von Jahr(zehnt)en aufge­baut haben, bedür­fen Ther­a­pi­en, die eine Neuord­nung des gesamten Hal­tesys­tems anstoßen. Dies erre­iche ich vor allem durch Chi­ro­prak­tik im Zusam­men­wirken mit der Bowen­ther­a­pie.

Störend für den Wieder­auf­bau der intak­ten orthopädis­chen Struk­tur kön­nen Biss-Störun­gen auf­grund von KIEFERGELENKSPROBLEMATIKEN sein. Bei starken Block­aden der mit­tleren Hal­swirbel­säule oder man­gel­nden Erfol­gen trotz bester Kor­rek­turen sollte dieser Aspekt in Betra­cht gezo­gen wer­den.…

Mein Behandlungsansatz:

In den aller­meis­ten Fällen behan­dle ich nach vorherge­hen­der Lockerung der Musku­latur und Gewebe mit der Bowen­ther­a­pie oder andern Muskel relax­ieren­den Maß­nah­men, um dem Kör­p­er einen lang anhal­tenden Impuls zur Neustruk­turierung zu geben. Anschließend kor­rigiere ich mit mod­ern­er, unge­fährlich­er und san­fter amerikanis­ch­er Chi­ro­prak­tik oder anderen chi­ro­prak­tis­chen Tech­niken, wenn Fehlstel­lun­gen des knöch­er­nen Appa­rats vorhan­den sind.

Andere sehen zu, er hat zuge­grif­f­en.
(unbekan­nt)

Wichtig:


Inwieweit ich Fra­gen zu Krankheit­en, deren Ursachen und Ther­a­piean­sätze oder zu mir bekan­nten Ther­a­peuten in Ihrer Wohnort­nähe oder ander­swo beant­worte, lesen Sie bitte unter ANFRAGEN ZU THERAPEUTEN nach.


Ich bedanke mich für Ihr Ver­ständ­nis!

HIER kön­nen Sie den Erstanam­ne­se­bo­gen down­load­en oder aus­druck­en.

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