Organ Leber

Organ Leber — die Stoffwechsel- und Entgiftungszentrale des Organismus

Die Leber (lat. Beze­ich­nung: Hepar) wiegt beim Erwach­se­nen etwa 1,5 kg und besitzt ver­schiedene Auf­gaben. Diese sind:

  • Bil­dung der Galle
  • man­nig­faltige Auf­gaben für den Stof­fwech­sel der Kohlen­hy­drate, Fette und Eiweiße
  • Ent­gif­tung kör­per­schädlich­er und kör­per­fremder Sub­stanzen wie Alko­hol, Medika­mente, Gift­stoffe u.a.m.

Aufbau der Leber

Leber (= Liver)Zeichnung von Gray

Leber (= Liv­er)
Zeich­nung von Gray

Sie beste­ht aus 2 unter­schiedlich großen Lap­pen, der rechte ist größer als der linke. Außer­dem gibt es noch zwei weit­ere, kleine Leber­lap­pen, welche dem linken Teil der Leber zuzuord­nen sind. Der größte Teil der Leber befind­et sich unter dem recht­en Rip­pen­bo­gen, der linke Teil geht deut­lich bis über die Kör­per­mit­tellinie hin­aus (siehe Abb. von Gray). Beim Tast­be­fund kann daher nur der vordere, untere Leber­rand nach tiefer Einat­mung erspürt wer­den.

Die Blutver­sorgung erfol­gt in etwa zu 25% über die Leber­ar­terie (Arte­ria hepat­i­ca; arteriell = Blut­strom vom Herzen weg) mit sauer­stof­fre­ichem Blut. Die Pfor­t­ad­er (Vena por­tae) ver­sorgt die Leber zu etwa 75% der Blut­menge (ca. 1 Liter pro Minute) aus dem venösen (= Blut­strom zum Herzen hin) Blut der Bau­chor­gane. Dieses Blut enthält die aufgenomme­nen Nähr- und Vital­stoffe, die Hor­mone der Bauch­spe­ichel­drüse, Abbaupro­duk­te der Milz sowie auch Stoffe und Gifte, welche schon über die Magen­schleimhaut aufgenom­men wur­den (z.B. Alko­hol).

Die Leber beste­ht aus ein­er Vielzahl von 1–2 mm großen Zellen mit dem Auf­bau ein­er sech­seck­i­gen Bienen­wabe. Diese Zellen wer­den mit arteriellem und venösen Blut ver­sorgt und enthal­ten feine Abflusskanälchen. In einem recht kom­plizierten Sys­tem wer­den arterielles und venös­es Blut miteinan­der ver­mis­cht, welch­es dann über eine so genan­nte Aus­tauschstrecke zu den Leberzellen fließt, von wo daran anschließend das Blut über eine Zen­tral­vene aus den Leber­lap­pen in einem venösen Sys­tem abfließen kann.

Der Disse´sche Raum wird von bes­timmten Zellen umgeben, welche Zell­trüm­mer, fremde Stoffe und auch Erreger phagozytieren (= auf­fressen) kön­nen. In den Disse-Raum hinein erstreck­en sich unl­trafeine Blut­ge­fäße, welche den Über­tritt der Stoffe zum Abtrans­port im venösen Blut zur Ent­gif­tung der Leber ermöglichen. In der Leber existiert ein zweites Gefäßsys­tem, welch­es die von der Leber pro­duzierte Galle trans­portiert. Über den Gal­len­gang wird die pro­duzierte Galle in die Gal­len­blase zur Spe­icherung weit­ergeleit­et.

Ausscheidungs- und Entgiftungsorgan Leber

Leberzelle mit BlutversorungBlau steht für venöse Blutwege, bräunliche Tönung kennzeichnet die arterielle Versorgung. Der sogenannte Disse´sche Raum spielt eine große Rolle für die Menge des von der Leber produzierten Cholesterins

Leberzelle mit Blutver­sorung
Blau ste­ht für venöse Blutwege, bräun­liche Tönung kennze­ich­net die arterielle Ver­sorgung. Der soge­nan­nte Disse´sche Raum spielt eine große Rolle für die Menge des von der Leber pro­duzierten Cho­les­terins

Haup­tauf­gaben der Leber sind der Abbau und die Ent­gif­tung sowohl kör­pereigen­er wie auch fremder Stoffe. Dies bew­erk­stel­ligt sie mit Hil­fe von Enzy­men (Eweißstoffe, welche eine chemis­che Reak­tion ein­leit­en), wie sie in anderen Zellen beispiel­weise nicht oder nur in niedriger­er Konzen­tra­tion anzutr­e­f­fen sind. Wenn die zu eli­m­inieren­den Stoffe von den Leberzellen aufgenom­men sind, leit­en die Enzyme die Umwand­lung und chemis­che Ver­ar­beitung ein, um dann diese dabei entste­hen­den Zwis­chen- und End­pro­duk­te über zwei Wege zur Auss­chei­dung zu brin­gen:

  • Auss­chei­dung über die Niere:
    • Über die Niere wer­den gut wasser­lös­liche Stoffe, die auf dem Blutwege dor­thin trans­portiert wer­den, aus­geschieden. Das Funk­tion­s­gewebe der Nieren übern­immt den Fil­terung­sprozess, durch den die schädlichen Stoffe let­ztlich über den Urin gebun­den den Organ­is­mus ver­lassen.
  • Auss­chei­dung über den Gal­len­weg:
    • Abbaustoffe mit schlechter Wasser­lös­lichkeit über über das Gal­lenge­fäßsys­tem abge­führt. Die Gal­len­säuren besitzen eine emulgierende Wirkung, welche die Abfall­stoffe im gelösten Zus­tand zum Darm weit­er­trans­portiert, wo sie mit dem Stuhl aus­geschieden wer­den.

Der First-Pass-Effekt der Leber

Stoffe ver­schieden­ster Arten, Lebens­mit­tel, Gifte und auch Medika­mente, welche im Magen-Darm-Trakt aufgenom­men (resor­biert) wer­den, wer­den über den so genan­nten Pfor­t­aderkreis­lauf zuerst der Leber zuge­führt, bevor sie über den großen Blutkreis­lauf auf dem Blutwege im Kör­p­er verteilt wer­den. Dabei wer­den z.B. Medika­mente schon von der Leber “ent­giftet” und zu einem erhe­blichen Teil inak­tiviert. Daher müssen von den Sub­stanzen oft bei oraler (über den Mund ein­genom­men) Auf­nahme oft wesentlich höhere Dosen geschluckt wer­den als bei ein­er Verabre­ichung über Infu­sion oder Spritze. Bei ein­er Verabre­ichung der Medi­zin in Zäpfchen­form kann der First-Pass-Effekt zum Teil umgan­gen wer­den. Wichtig ist zu ver­ste­hen, dass die regelmäßige Ein­nahme von Medika­menten in oraler Form für die Leber Schw­er­ar­beit bedeutet. Je mehr Medika­mente, um so mehr Arbeit — eine ein­fache Formel (wen­ngle­ich es Sub­stanzen gibt, welche für die Leber leichter zu verkraften sind als andere.)

Gesundheitsmanager Leber

Menschliche LeberDer Vergleich mit der zirrhotischen Leber weiter unten macht die Unterschiede im Gewebe deutlich erkennbar

Men­schliche Leber
Der Ver­gle­ich mit der zir­rho­tis­chen Leber weit­er unten macht die Unter­schiede im Gewebe deut­lich erkennbar

Die Leber erfüllt eine wichtige Funk­tion für das Gesund­heits­man­age­ment jed­er einzel­nen Kör­perzelle:

  • Sie ver­sucht den Nährstoff­strom zu den einzel­nen Kör­perzellen möglichst kon­stant zu hal­ten
  • Sie spe­ichert in Über­flusssi­t­u­a­tio­nen bes­timmte Stoffe, um auf diese Weise Zellschädi­gun­gen durch zu hohe Konzen­tra­tio­nen an bes­timmten Stof­fen zu ver­mei­den
  • sie gibt gespe­icherte Stoffe bei Bedarf wieder frei, um Kör­perzellen damit gut ver­sor­gen zu kön­nen
  • Die Leber hil­ft durch die Spe­icherung von Glukose den Zuck­er­stof­fwech­sel zu reg­ulieren und kann bei Bedarf den gespe­icherten Zuck­er wieder freiset­zen. Der gespe­icherte Glyko­gen­vor­rat (= Spe­icher­form von Zuck­er) reicht für etwa 24 Stun­den. Soll noch mehr Energie von der Leber freige­set­zt wer­den, kann die Leber im Rah­men der Glu­co­neo­ge­nese (= Zuck­erneuentste­hung in direk­ter Über­set­zung) aus Eiweißen eben­falls energieliefer­nde Glukose (Zuck­er, griech. glykos = süß) bere­it­stellen
  • Sehr bedeut­sam ist auch die Rolle der Leber für den Eiweißstof­fwech­sel. Sie stellt fast alle für das Blut wichti­gen Eiweißverbindun­gen her. Eine beson­dere Rolle kommt hier den Albu­minen (lat. = blank, weiß) zu, deren Rolle es ist, Flüs­sigkeit­en im Blut-Gefäß-Sys­tem zurück­zuhal­ten. Bei einem Albu­min­man­gel kön­nen beispiel­sweise Wasserein­lagerun­gen in den Beinen auftreten.
  • Auch für den Fettstof­fwech­sel ist die Leber sehr bedeut­sam. Sie kann Fette spe­ich­ern und bei Bedarf wieder freiset­zen. Unter bes­timmten Umstän­den (Krankheit­en, Hungerkuren) kön­nen beim Abbau der gespe­icherten Fette gewisse Stoffe den pH-Wert (Säure­grad) so stark senken, dass es zu lebens­bedrohlichen Zustän­den kom­men kann.

Krankheiten der Leber

 Darstellung einer zirrhotischen LeberDie vielen Knötchen auf der Leber sind ein deutlicher Hinweis für die Erkrankung


Darstel­lung ein­er zir­rho­tis­chen Leber

Die vie­len Knötchen auf der Leber sind ein deut­lich­er Hin­weis für die Erkrankung

Am bekan­ntesten sind:

  • Virusentzün­dun­gen akuter Art (Hepati­tis (= Leber­entzün­dung) A bis E)
  • Hepati­tis B.
    Sie wird vor allem über Spritzen, verun­reinigte Blutkon­ser­ven usw. weit­ergegeben. Als weit­ere Quellen kom­men auch Sex­u­alkon­takt und alle Kör­per­flüs­sigkeit­en infrage
  • Hepati­tis C (auch Non-A-Non-B).
    Eben­falls auf ein­er Virus­in­fek­tion beruhend. Früher wurde sie häu­fig auf dem Wege der Blut­trans­fu­sio­nen über­tra­gen. Bei dieser Form der Leber­entzün­dung ist die Gefahr für die Entste­hung eines Leberkreb­ses erhöht.
  • Chro­nis­che Leber­entzün­dung
    Davon spricht man, wenn die Leber­entzün­dung länger als 1 Jahr andauert. Entwick­elt sich dabei eine chro­nisch aggres­sive Vari­ante, beste­ht die Gefahr von Ein­schränkun­gen der Leber­funk­tion, was wiederum zu Leberzir­rhose führen kann
  • Leberver­fet­tung
    Sie entste­ht vor allem durch dauern­den Alko­holmiss­brauch. Die direk­te, leberzellschädi­gende Wirkung des Alko­hols kann auch zu ein­er alko­holbe­d­ingten Leber­entzün­dung mit Ver­lust von Leber­funk­tion­s­gewebe führen. Es gibt aber auch die nicht-alko­holis­che Fet­tle­ber (NAFLD), welche wahrschein­lich auf einem zu hohen Fruc­tose- und Glukosekon­sum (Süßigkeit­en!) zurück­zuführen ist.
  • Leberzir­rhose
    Bei diesem Krankheits­bild sind Leber­läp­pchen richtig zer­stört und durch nar­biges Gewebe, welch­es keinen leber­typ­is­chen Funk­tio­nen nachkom­men kann, erset­zt. Damit lei­den natür­lich sämtliche Leber­funk­tio­nen, wie sie oben beschrieben wur­den — ein­schließlich der ent­gif­ten­den Funk­tion. Eine häu­fige Ursache für die Leberzir­rhose ist Alko­holmiss­brauch. In der Folge kann ein Leberzel­lka­rzi­nom (Karzi­nom = Krebs) entste­hen
  • Leberkarzi­nom
    Die schlimm­ste Form ein­er Leber­erkrankung. Eine Heilung ist schwierig, sofern sie über­haupt möglich ist. Einige der möglichen Ursachen wur­den weit­er oben schon kurz umris­sen, andere möchte ich an dieser Stelle nicht erörtern.

Überlegungen

Eine gesunde Leber ist für die Gesund­heit des Men­schen unverzicht­bar. Lei­der belas­ten wir unsere Ent­gif­tungszen­trale und unser ober­stes Stof­fwech­selor­gan über viele Jahre hin­weg ohne schlecht­es Gewis­sen. Ob Alko­hol, Pes­tizide, syn­thetis­che Duft­stoffe, Nitrat, Zusätze in Lebens­mit­teln, Inhaltsstoffe von Kos­meti­ka, Gift­stoffe am Arbeit­splatz, Lösungsmit­tel in Far­ben oder Schw­er­met­alle (z.B. Amal­gam aus Plomben oder Blei aus Wasser­rohren), wir geben uns richtig Mühe, unseren Kör­p­er und Organ­is­mus mit Stof­fen zu füt­tern, die ihm gar nicht gut­tun. Und auch Medika­mente sind Stoffe, die der Leber richtig Arbeit abver­lan­gen. Sie ist näm­lich min­destens bis zur näch­sten Verabre­ichung des Wirk­stoffs damit beschäftigt, diesen abzubauen. Nehmen Kranke mehrere Medika­mente ein, muss deren Leber auch mehr arbeit­en.

Eine große Belas­tungsquelle für die Leber stellt eine Fehlbesidelung des Darms dar. Ist das Micro­biom (Darm­flo­ra) gekippt, entste­hen in aller Regel chro­nis­che und niedrigschwellige Entzün­dun­gen, welche mit ein­er hohen Tox­i­nan­flu­tung für die Leber ver­bun­den sind. Die stetige Tox­i­nent­gif­tung stellt für die Leber, die schon mit Stof­fwech­sel­prozessen und Giften ander­er Art genug beschäftigt ist, eine zusät­zliche Dauer­be­las­tung dar. Für weit­ere Infor­ma­tio­nen siehe DARMSANIERUNG und ORGAN DARM.

In jun­gen Jahren gehen diese Prozesse in der Leber noch leichter von­stat­ten. In den späteren Lebens­ab­schnit­ten treten die gesund­heitlichen Prob­leme ver­stärkt auf. Mein­er Mei­n­ung nach besitzen die Men­schen einen Vorteil, die wirk­lich auf Dinge acht­en wie:

  • qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Ernährung mit wenig Gift­be­las­tung und hohem Mikro­nährstof­fan­teil (Vit­a­mine &. Co)
  • regelmäßig ent­giften (siehe auch: ENTGIFTUNG)
  • mironährstof­fre­iche Ernährung mit Vit­a­mi­nen, Min­er­alien, Spurenele­menten, Aminosäuren, Fettsäuren. Diese kleinen Helfer­lein sind für das Funk­tion­ieren des Stof­fwech­sels wie auch Ent­gif­tung­sprozesse unab­d­ing­bar. Nur wenn sie in aus­re­ichen­der Menge vorhan­den sind, kann die Leber ihren Auf­gaben gerecht wer­den. Viele Leberen­zyme benöti­gen Vit­a­mine und Zink, aber unter Zinkman­gel lei­det auch die Enzym­bil­dung. Mehr unter ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN, KRYPTOPYRROLURIE UND CHOLESTERIN
  • Aus­gle­ich des Säure-Basen-Gle­ichgewichts, der wichtig­sten Grund­funk­tion des men­schlichen Kör­pers. Siehe hierzu auch SÄURE-BASEN-HAUSHALT.
  • regelmäßige Behand­lung orthopädis­ch­er Struk­turen für eine opti­male Organ­funk­tion. Siehe hierzu auch WARUM CHIROPRAKTIK?
  • Gute Psy­chohy­giene. Eine aus­geglich­ene Gemüt­slage ist auch extrem wichtig für die Gesund­heit. Hier kann beispiel­sweise die KLASSISCHE HOMÖOPATHIE ihren Teil dazu beitra­gen
  • naturheilkundliche Behand­lung auch mit anderen als den von mir beschriebe­nen Meth­o­d­en
  • Es scheint auch der Per­so­n­enkreis gesün­der zu sein, der Wert darauf legt, gesun­des Wass­er zu trinken und über hochw­er­tiges Wass­er seinen Organ­is­mus ver­sucht zu ENGIFTEN.
  • u.v.a.m.

Alko­hol ist ein her­vor­ra­gen­des Lösungsmit­tel: Es löst Fam­i­lien, Ehen, Fre­und­schaften, Arbeitsver­hält­nisse, Bankkon­ten, Leber- und Gehirnzellen auf. — Es löst nur keine Prob­leme.
(Unbekan­nt)

Wichtig:


Inwieweit ich Fra­gen zu Krankheit­en, deren Ursachen und Ther­a­piean­sätze oder zu mir bekan­nten Ther­a­peuten in Ihrer Wohnort­nähe oder ander­swo beant­worte, lesen Sie bitte unter ANFRAGEN ZU THERAPEUTEN nach.


Ich bedanke mich für Ihr Ver­ständ­nis!

HIER kön­nen Sie den Erstanam­ne­se­bo­gen down­load­en oder aus­druck­en.

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