Atlasblockade / Kopfgelenksblockade

Atlasblockade / Kopfgelenksblockade als Ursache vieler und chronischer Krankheiten

ANATOMISCHE GEGEBENHEITEN

Die Stel­lung der oberen Hal­swirbel­säule ist auch abhängig von der Stel­lung des Kreuzbeins. Die harte Hirn­haut im Rück­en­mark­skanal (= dura mater spinalis) ist bei der Ver­drehun­gen der Wirbel­säule dafür ver­ant­wortlich, dass sich Fehlstel­lun­gen des Kreuzbeins auf die obere Hal­swirbel­säule und umgekehrt Block­aden der oberen HWS auf das Kreuzbein (und damit auf die Beck­en­sta­tik) auswirken kön­nen.

Schiefhaltung

Schiefhal­tung
Starke Block­aden im Atlas­bere­ich kön­nen aber auch Verän­derun­gen der Stel­lung der sowie Wirbel­säule Posi­tion der Beck­en­schaufeln nach sich ziehen. Auch dann erscheint ein Bein länger. Daher sollte nach Möglichkeit immer an bei­den Enden der Wirbel­säule mit der Behand­lung ange­set­zt wer­den.

 Die harte Hirn­haut ist die Fort­set­zung der dura mater cere­bri (Hirn­haut im Kopf) ab dem Hin­ter­haupt­sloch. Mit ihrer äußeren Schicht ist sie mit mit den Band­scheiben ver­bun­den. Die dura mater endet im Steißbein­seg­ment 2. Daher ist es ver­ständlich, dass Fehlstel­lun­gen im einen Ende der Wirbel­säule sowohl Fehlstel­lun­gen am anderen Ende wie auch Prob­leme im gesamten Bere­ich der Wirbel­säule her­vor­rufen kön­nen.

Kippt die linke Beck­en­schaufel nach vorne und die rechte Beck­en­schaufel nach hin­ten, hat dies typ­is­cher­weise fol­gende Kon­se­quen­zen:

  • das Kreuzbein kippt auf der linken Seite von oben betra­chtet nach hin­ten
  • das rechte Bein “ist kürz­er” -
  • die Lenden­wirbel­säule neigt sich mit dem Kreuzbein auf der nach der recht­en Seite nach unten und muss sich dabei etwas ver­drehen
  • dieser Ver­drehung fol­gt weit­er oben eine kom­pen­satorische Aus­gle­ichs­drehung
  • die Ver­drehun­gen reichen bis in die obere Hal­swirbel­säule hinein und kön­nen dort zu ein­er Fehlstel­lung der gesamten HWS führen
  • let­ztere kann dazu führen, dass sich die Aufhän­gung des Kiefer­ge­lenks auf­grund der Fehlhal­tung des Kopfes verän­dert, wodurch sich im Laufe der Zeit auch KIEFERGELENKSPROBLEME (Cran­iomandibuläre Dys­fuk­tion = CMD) entwick­eln kön­nen.

Eine gute Wirbel­säulen- / Beck­enko­r­rek­tur sollte daher an bei­den Enden der Wirbel­säule anset­zen. Mehr Infos über den Übeltäter Kreuzbein und zu dessen best­möglich­er Kor­rek­tur später an ander­er Stelle.

Im Gegen­satz zum Rest der Wirbel­säule besitzt die Hal­swirbel­säule (HWS) im Gelenk zum Hin­terkopf (C0-C1; C ist die Abkürzung für Cervikalwirbel = Hal­swirbel) und im Gelenk zwis­chen Hal­swirbel 1 (= Atlas) und Hal­swirbel 2 (= Axis) (C1-C2) keine Band­scheiben. Möglich wer­den Bewe­gun­gen des Kopfes wie Drehung, Beu­gen, Streck­ung und das Neigen zur Seite durch die beson­dere Gelenkskon­struk­tion der oberen HWS-Wirbel und des Band­hal­teap­pa­rates, der auch eine quer gerichtete Bewe­gung in den Gelenks­flächen der oberen Hal­swirbel erlaubt.

Die bei­den Kopfge­lenke (C0-C1 und C1-C2) besitzen die Funk­tion eines Kugel­ge­lenks, wobei durch das obere Kopfge­lenk die Nei­gung zur Seite und nach vorne / hin­ten und durch das untere Kopfge­lenk Drehung und eben­falls die Nei­gung zur Seite und nach vorne / hin­ten ermöglicht wer­den. In Zusam­me­nar­beit mit den anderen Gelenken der Hal­swirbel­säule sind so Drehen, Seit­neigen, Beu­gen und Streck­en des Kopfes möglich.

Die beson­dere Stel­lung dieser bei­den Wirbel hat der Autor dieser Bilder, Lucien Mont­fils, auf den bei­den Bilder sehr schön far­big her­vorge­hoben und ken­ntlich gemacht.

BIOMECHANIK

Wie oben erwäh­nt besitzt der Axis einen Dorn, welch­er in den Atlas hinein­ragt, und um den sich der Atlas drehen kann. Dabei wer­den bei­de Wirbel von ein­er Band­struk­tur (Lig­a­men­tum alar­ia, Lig­a­men­tum trans­ver­sum, Lig­a­men­tum api­cis den­tis, Lig­a­men­tum cru­ci­forme, Lig­a­men­tum lon­gi­tu­di­nale, Lig­a­men­tum nuchae sowie Mem­brana atlantooc­cip­i­tal­is ante­ri­or und pos­te­ri­or, Mem­brana tec­to­ria) gehal­ten; Atlas und Axis sind also nicht starr miteinan­der ver­bun­den.

Axis und Atlas

Axis und Atlas
Die bei­den Bilder von Luicien Mont­fils zeigen die Lage­beziehung von Atlas (blaue Umran­dung) und Axis (rote Umran­dung) zueinan­der. Die Auf­nahme wurde durch den geöffnete Mund gemacht. Dieses Bild wurde der Freien Enzyk­lopädie Wikipedia ent­nom­men.
Beschrei­bung des Autors: X-Ray of the cer­vi­cal spine (with opened mouth) in frontal direc­tion, show­ing the rela­tion­ship between C1 and C2. Left with­out, right with anno­ta­tion. Blue out­line is C1, red out­line is C2. Bildquelle: Wikipedia

Während der Bewe­gun­gen des Kopfes verän­dern die bei­den Hal­swirbel ihre Stel­lung zueinan­der. Beim Beu­gen des Kopfes nach vorne bewe­gen sie sich im Rück­en voneinan­der weg und gehen dabei etwas auseinan­der, beim Streck­en des Kopfes nach hin­ten wird der Winkel zueinan­der ganz klein. Neben den Band­struk­turen ist es vor allem die Nack­en­musku­latur, welche für die Fix­a­tion des Kopfes auf der HWS zuständig ist.

Das obere Kopfge­lenk ist vor allem für die Beu­gung und Streck­ung des Kopfes zuständig und erlaubt nur eine geringe Beweglichkeit beim Neigen zur Seite und bei der Rota­tion. Dieses Gelenk ist wegen sein­er knöch­er­nen Führung sta­bil­er als das untere Kopfge­lenk, welch­es eher durch Bän­der geführt und gehal­ten wird. Dafür erlaubt dieses Gelenk zwis­chen C1-C2 gute Rota­tions­be­we­gun­gen sowie Beu­gung und Streck­ung. Miteinan­der gewährleis­ten bei­de Kopfge­lenke die gute Beweglichkeit in der oberen HWS und erlauben alle Bewe­gun­gen eines Kugel­ge­lenks.

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Axis und Atlas in der seitlichen Auf­nahme
Diese Bilder stam­men eben­falls von Lucien Mont­fils. Bildquelle: Wikipedia. Beschrei­bung des Autors: X-Ray of the cer­vi­cal spine in lat­er­al direc­tion, show­ing the rela­tion­ship between C1 and C2. Left with­out, right with anno­ta­tion. Blue out­line is C1, red out­line is C2.

Beim Drehen des Kopfes wird der Winkel der Hal­swirbel zueinan­der verän­dert: Bei ein­er Drehung des Kopfes zur linken Seite, näh­ern sich die Wirbel auf der linken Seite einan­der an und führen dabei eine leichte Drehung nach hin­ten aus. Dafür müssen sie sich auf der anderen Seite voneinan­der weg­be­we­gen und öff­nen, während sie sich leicht nach vorne drehen. Eben­falls ver­schiebt sich der Atlas beim Drehen des Kopfes etwas zur linken Seite hin. Bei Seit­nei­gung führen Atlas und Axis eine zueinan­der gegen­läu­fige Rota­tion aus.

Die Beweglichkeit der unteren HWS wird je nach Stel­lung des Kopfes und der HWS ver­größert oder eingeschränkt. Tief­ere Ein­blicke in diese Zusam­men­hänge verdeut­licht entsprechende Fach­lit­er­atur und will ich in diesem Rah­men nicht näher erläutern.

 FUNKTIONSSTÖRUNGEN DER HWS

Funk­tion­sstörun­gen der HWS entste­hen durch Ver­schiebun­gen der Wirbel, Schä­den am Hal­teap­pa­rat und auf­grund stark­er Verspan­nun­gen der Musku­latur. Über diese Fak­toren kön­nen Bewe­gung­sein­schränkun­gen der HWS und über Ner­venein­klem­mungen und Ner­ven­quetschun­gen auch starke organ­is­che Beschw­er­den wie Kopf­schmerzen, Zahn­schmerzen, Sehstörun­gen, Konzen­tra­tionsstörun­gen, Kiefer­ge­lenks­beschw­er­den, Benom­men­heit usw. aus­gelöst wer­den. Neben degen­er­a­tiv­en Verän­derun­gen sind es in erster Lin­ie Unfälle (z.B. Verkehrsun­fälle mit Schleud­er­trau­ma, Stürze vom Wick­eltisch oder Fahrrad), die für Störun­gen der HWS ver­ant­wortlich sind.

Axis und AtlasZeichnungen des Anatomiezeichners Gray

Axis und Atlas
Zeich­nun­gen des Anatomieze­ich­n­ers Gray

Im Laufe des Lebens ist jed­er Men­sch ver­schieden­sten trau­ma­tis­chen Sit­u­a­tio­nen aus­ge­set­zt. Die erste und mit die gefährlich­ste ist, so komisch es klin­gen mag, die Geburt. Schon eine gut gemeinte, vor­sichtig aus­ge­führte “manuelle Nach­hil­fe” während des Geburtsvor­gangs durch leicht­en Zug am Kopf, um die Aus­trei­bungsphase zu verbessern, kann dazu führen, dass sich Ver­schiebun­gen in der gesamten HWS und beson­ders der Kopfge­lenke zwis­chen Hin­terkopf und Atlas und/oder Atlas und Axis ein­stellen. Da die Hal­testruk­turen bei Säuglin­gen noch nicht fest aus­geprägt sind, kön­nen zusät­zliche, geburt­sun­ter­stützende Maß­nah­men wie Saug­glocke oder Zange (etwa bei 10% der Geburten) noch viel schneller zu Atlas- und Axis­block­aden führen. Beson­dere Vor­sicht ist beim Kaiser­schnitt geboten (siehe auch KINDERCHIROPRAKTIK).

Aber auch als “unbe­deu­tende Ein­wirkun­gen” eingestufte Ereignisse kön­nen wegen des über­pro­por­tion­al großen und schw­eren Kopfes von Säuglin­gen und Kleinkindern zu Schä­den der Hal­testruk­turen und Wirbel­block­aden führen. Nach der Geburt ist der Hal­teap­pa­rat noch viel zu schwach, das Neuge­borene kann den Kopf noch nicht ein­mal richtig anheben. Erst mit 3 Wochen ist der Säugling fähig, den Kopf kurz zu erheben und nach dem drit­ten Lebens­monat erst richtig hal­ten. Ger­ade in dieser Zeit kön­nen durch Unacht­samkeit­en und leichte „Unfälle“ (plöt­zlich­es Abkip­pen oder Anschla­gen des Kopfes) Schä­den geset­zt wer­den an der HWS, die später zu mas­siv­en Block­ierun­gen führen.

Kinder mit Block­aden in der oberen HWS entwick­eln sich unter Umstän­den zu so genan­nten “Schreikindern”. Es scheint so zu sein, dass Fehlstel­lun­gen und muskuläre Verspan­nun­gen nächtliche Schmerzen her­vor­rufen, welche den Schlaf stören und zu den Schreiat­tack­en führen.

Erst nach einem Alter von etwa 2 Jahren set­zen Kinder lautes Schreien bewusst manip­u­la­tiv ein. Bis zum zweit­en Leben­s­jahr hat lautes Schreien von Kleinkindern andere Hin­ter­gründe. Ein möglich­er Grund kön­nen eben Schmerzen auf­grund von Prob­le­men der oberen HWS sein.

MigräneIn sehr vielen Fällen löst eine Fehlstellung der Halswirbelsäule und / oder Kopfgelenke Kopfschmerz und Migräne aus. Die sich immer stärker aufbauenden Verspannungen und Blockaden werden gar nicht als solche wahrgenommen. Kommt noch eine psychische Belastung oder z.B. hormoneller Stress wie durch die Regelblutung hinzu, bringt dies das Fass zum Überlaufen. Die Tablette kann zwar die Beschwerde, aber nicht die Ursachen beseitigen. Solch ein Problem muss immer von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Bei Kindern können z.B. Unfälle Kopfschmerz und Migräne auslösen. Das Bild zeigt Aura und zickzackförmige Sehstörungen, wie sie ein Migränepatient empfindet.

Migräne
In sehr vie­len Fällen löst eine Fehlstel­lung der Hal­swirbel­säule und / oder Kopfge­lenke Kopf­schmerz und Migräne aus. Die sich immer stärk­er auf­bauen­den Verspan­nun­gen und Block­aden wer­den gar nicht als solche wahrgenom­men. Kommt noch eine psy­chis­che Belas­tung oder z.B. hor­moneller Stress wie durch die Regel­blu­tung hinzu, bringt dies das Fass möglicher­weise zum Über­laufen. Die Tablette kann zwar die Beschw­erde, aber nicht die Ursachen beseit­i­gen. Solch ein Prob­lem muss immer von ver­schiede­nen Seit­en beleuchtet wer­den. Bei Kindern kön­nen z.B. Unfälle Kopf­schmerz und Migräne aus­lösen.
Das Bild zeigt Aura und zick­za­ck­för­mige Sehstörun­gen, wie sie ein Migränepa­tient empfind­et.

Eben­so sind es Unfälle — egal ob bei Kindern oder Erwach­se­nen — mit “gutem Aus­gang” (vielle­icht auch nur etwas Kopfweh über kurze Zeit), welche unbe­merk­te Schädi­gun­gen an der HWS her­vor­rufen kön­nen. Beispiele: Fall vom Wick­eltisch oder Couch, Sturz vom Fahrrad, Verkehrsun­fälle (mit oder ohne Schleud­er­trau­ma), Sportun­fälle mit Sturz auf den Kopf, Fall­en vom Baum, heftiges Anschla­gen des Kopfes (Laufen­ler­nen), Stürze beim Schi­fahren, kräftige Schläge auf den Kopf (Ball­sportarten!), heftig den Kopf anstoßen usw.…

Je älter der Men­sch ist, um so mehr kann er zwar auf die HWS ein­wirk­ende Kräfte über eine Anspan­nung der Musku­latur und Sta­bil­ität des Hal­teap­pa­rates abfan­gen, wird aber ab ein­er bes­timmten Kraftein­wirkung bleiben­den Schä­den an der HWS nicht ent­ge­hen kön­nen. Viele Betrof­fene kla­gen dann über langsam oder auch plöt­zlich ein­set­zende und trotz aller Behand­lun­gen nicht enden wol­lende Beschw­er­den nach einem Verkehrsun­fall mit Schleud­er­trau­ma oder son­sti­gen Unfällen.

EXKURSVEGETATIVES NERVEN-SYSTEM

Für das weit­ere Ver­ständ­nis möglich­er Auswirkun­gen von Block­aden der HWS ist es wichtig, zu ver­ste­hen, wie der men­schliche Organ­is­mus ges­teuert wird. Deswe­gen müssen wir uns mit in groben Zügen mit den bei­den Kom­po­nen­ten des veg­e­ta­tiv­en Ner­ven­sys­tems beschäfti­gen:

Das Nervensystem Aufbau des Nervensystems mit Sympathikus (= rote Linien) und Vagus (= blaue Linien). Blockaden der Wirbelsäule können Steuerungsimpulse, die über die Nervenbahnen ausgesendet werden, verändern, was zu Störungen der Organfunktionen führen kann.

Das Ner­ven­sys­tem
Auf­bau des Ner­ven­sys­tems mit Sym­pa­thikus (= rote Lin­ien) und Vagus (= blaue Lin­ien). Block­aden der Wirbel­säule kön­nen Steuerungsim­pulse, die über die Ner­ven­bah­nen aus­ge­sendet wer­den, verän­dern, was zu Störun­gen der Organ­funk­tio­nen führen kann.

Der Sym­pa­thikus ist der Teil des unwillkür­lichen Ner­ven­sys­tems, welch­er den Kör­p­er auf “Leis­tung trimmt”. Dazu erhöht er den Blut­druck, steigert die Aktiv­ität von Herz und Atmung, stellt die Pupillen weit, ver­größert die Schweißab­son­derung u.a.m.. Gle­ichzeit­ig schränkt eine Sym­pa­thikus­dom­i­nanz im Ner­ven­sys­tem die Darmtätigkeit und die Funk­tion (Abgabe von Sekreten) inner­er Drüsen ein.

Der Kon­tra­part des Sym­pa­thikus ist der Vagus (= Parasym­pa­thikus) ist zuständig für die Pupil­len­v­eren­gung und Akko­mo­da­tion (Anpas­sung), Abgabe dün­n­flüs­si­gen Spe­ichels und Schweißes, Ver­langsamung der Herztätigkeit und der Lun­ge­nak­tiv­ität, Anre­gung der Drüsen- und Dar­mak­tiv­ität im Magen-Darm-Trakt. Er ist zuständig für die Entleerung der Blase und des Mast­darms, für die Erek­tion sowie gefäßer­weit­ernde und schweißhem­mende Funk­tio­nen.

Diese bei­den Teile des veg­e­ta­tiv­en Ner­ven­sys­tems “konkur­ri­eren” zwar miteinan­der, aber die Bal­ance zueinan­der — in den Ruhep­hasen über­wiegt die Funk­tion des Vagus, in Aktiv­ität­sphasen besitzt der Sym­pa­thikus das Kom­man­do — bewirkt sowohl die Möglichkeit zur Leis­tung als auch die Her­beiführung notwendi­ger Erhol­ungsphasen. Gerät dieses sen­si­ble Gle­ichgewicht aus den Fugen, kann sich der Vagus z.B. auch in den Ruhep­hasen nicht mehr durch­set­zen und die vago­ton (= vom Vagus) ges­teuerten Organ­funk­tio­nen lei­den.

WAS PASSIERT BEI EINER ATLASBLOCKADE ODER KOPFGELENKSBLOCKADE?

Durch Trau­ma­ta kann der Atlas aus seinen Auf­nah­mepunk­ten am hin­teren Schädel wan­dern. Dabei kann sich der Atlas etwas zur Seite ver­lagern, leicht kip­pen und sich noch dabei ver­drehen. In der Folge wird der Raum im Ring des Atlas für das Rück­en­mark klein­er und es kommt zu einem Dauer­druck auf das Rück­en­mark mit Störun­gen im sym­pa­this­chen Ner­ven­sys­tem, wodurch der Organ­is­mus auf Dauer­höch­stleis­tung eingestellt wird.

Der men­schliche Organ­is­mus gerät so in eine erhöhte Erreg­barkeit — ges­teuert durch den Sym­pa­thikus -, weswe­gen das veg­e­ta­tive Ner­ven­sys­tem auf Dauer(höchst)leistung umschal­tet und die einzel­nen Organe entsprechend aktiviert oder sediert (beruhigt).

Mögliche Symp­tome eines Sym­pa­thikusstress­es (= Sym­pa­thiko­tonie):

BlutdruckmessungAtlasblockaden mit Aktivierung des Sym- pathikus können den Blutdruck ansteigen lassen. Nach Unfällen mit Einwirkungen im Hals- und / oder Kopfbereich ist eine Korrektur der Fehlstellungen daher empfeh- lenswert. Vor allem der zweite Wert der Blutdruckmessung sollte niedrig sein, denn er gibt an, welcher Druck nach der Erschlaffung des Herzens im Gefäßsystem als Grundbelastung vorhanden ist.

Blut­druckmes­sung
Atlas­block­aden mit Aktivierung des Sym­pa­thikus kön­nen den Blut­druck ansteigen lassen. Nach Unfällen mit Ein­wirkun­gen im Hals- und / oder Kopf­bere­ich ist eine Kor­rek­tur der Fehlstel­lun­gen daher empfehlenswert. Vor allem der zweite Wert der Blut­druckmes­sung sollte niedrig sein, denn er gibt an, welch­er Druck nach der Erschlaf­fung des Herzens im Gefäßsys­tem als Grund­be­las­tung vorhan­den ist.

  • Blut­druck­steigerung
  • Ohrg­eräusche
  • Störun­gen des Gedächt­niss­es, der Konzen­tra­tion und Merk­fähigkeit
  • psy­chis­che Störun­gen bis hin zu Depres­sio­nen
  • Herzat­tack­en bis hin zu Rhyth­musstörun­gen des Herzens
  • gestörte Darmtätigkeit mit möglich­er Ver­min­derung der Auf­nahme von Vit­a­mi­nen, Min­er­alien, Spurenele­menten, Fettsäuren und Aminosäuren, was zu enor­men Beein­träch­ti­gun­gen des Stof­fwech­sles und Fol­geerkrankun­gen führen kann
  • Schlaf­störun­gen
  • Störun­gen des veg­e­ta­tiv­en Ner­ven­sys­tems (Schweißreg­u­la­tion, Ver­dau­ungsstörun­gen.…)
  • Gereiztheit und Empfind­lichkeit gegen äußere Reize
  • starke Empfind­lichkeit gegen Sin­nes­reize
  • kalte Hände und / oder Füße
  • Störun­gen der Tem­per­atur­reg­u­la­tion
  • Irri­ta­tio­nen des Hor­mon­haushaltes
  • Störun­gen der Blutverteilung (z.B. Gesicht sehr blass)
  • Sehstörun­gen mit wech­sel­nder Inten­sität – der Auge­narzt kann aber nichts find­en
  • usw.…..

Und die wenig­sten Ther­a­peuten brin­gen Erkrankun­gen wie

  • Mul­ti­ple Sklerose (Erkrankung des Ner­ven­sys­tems)
  • Col­i­tis ulcerosa
  • Mor­bus Crohn (bei­des entzündliche Darmerkrankun­gen)
  • (chro­nis­che) Kopf­schmerzen, Migräne
  • hor­monelle Störun­gen
  • Allergien
  • Eiweißun­verträglichkeit­en
  • Schwindel
  • Ohrg­eräusche
  • Sko­liose
  • Beck­en­prob­leme
  • Mor­bus Parkin­son
  • Mor­bus Alzheimer
  • Neu­ro­der­mi­tis
  • wiederkehrende HNO-Infek­tio­nen (Hals, Nase, Ohren)
  • Schup­pen­flechte
  • chro­nis­che Ver­dau­ungss­chwäche und Darm­prob­leme
  • Augen­prob­leme und auch
  • viele andere Erkrankun­gen mit ein­er Atlas­block­ade in Zusam­men­hang.

Die Zusam­men­hänge wer­den ver­ständlich, wenn man weiß, dass eine dauer­hafte Sym­pa­thikus­dom­i­nanz auch Auswirkun­gen auf die Darmkeime, die Darm­sche­limhaut und auch auf das gesamte Hor­mon­sys­tem besitzt. Es wird das Stresshormon Cor­ti­sol aus­geschüt­tet, wodurch die Regelkreise zur Bil­dung ander­er Hor­mone gestört wer­den. Am Ende kann das ganze Hor­mon­sys­tem durcheinan­der ger­at­en.

Daher erfol­gt die Behand­lung meist nicht kausal in Form ein­er Lösung der Atlas­block­ade (sofern ursäch­lich beteiligt), son­dern mit Symp­tome unter­drück­enden Phar­ma­ka. Es muss aber auch darauf hingewiesen wer­den, dass es für die oben genan­nten Erkrankun­gen auch genü­gend andere Ursachen gibt. Mein­er Mei­n­ung nach ist es aber nie verkehrt, Block­aden der oberen HWS als Krankheits­fak­tor auszuschließen, denn dann kann die Ther­a­pie weit ziel­gerichteter gestal­tet wer­den. Auf der Seite BIOCHEMIE habe ich ver­sucht, auf die Stof­fwech­sel­prob­lematik, wie sie über Sick­stoff­monox­id (= NO) auf­grund von Block­aden im Ner­ven­sys­tem aus­gelöst wird, etwas näher einzuge­hen.

Bei vie­len der oben genan­nten Symp­tome oder Erkrankun­gen ist ein Vital­stoff­man­gel (Vit­a­mine, Spurenele­mente, Min­er­alien, Aminosäuren, Fettsäuren) auf­grund ein­er gestörten Darmtätigkeit aus­lösender Fak­tor. Nimmt der Darm z.B. zu geringe Men­gen des Spurenele­mentes “Zink” auf, kann nicht genü­gend Vit­a­min B6 in seine stof­fwech­se­lak­tive Form gebracht wer­den.

Damit entwick­elt der Kör­p­er Defizite in der Ver­stof­fwech­selung von Eiweißen und Kohlen­hy­drat­en. Läuft die Zer­legung der Eiweiße nicht richtig ab, kann eine men­gen­gerechte Bil­dung einiger Neu­ro­trans­mit­ter für das Gehirn vielle­icht nicht richtig ablaufen. ADS- /  ADHS-Symp­tome kön­nen sich entwick­eln — evtl.  nur über eine Block­ade der Kopfgelenke/oberen HWS aus­gelöst.

Vit­a­min B6 ist Bestandteil viel­er Enzyme. Stof­fwech­sel­prozesse wer­den von Enzy­men angeregt und laufen über chemis­che Reak­tio­nen ab. Ein Enzym ermöglicht eine Stof­fwech­selka­skade, wird dabei aber selb­st nicht zer­stört. Über Enzyme wer­den Stoffe gebildet oder auch abge­baut. Allergie aus­lösendes His­t­a­min (von Heuschnupfen Geplagte wis­sen, wovon ich rede) wird über die Enzyme Mono- und Diaminox­i­dase im Darm abge­baut. Ein Vital­stoff­man­gel auf­grund ein­er Kopfge­lenks­block­ade mit Darm­funk­tion­sstörun­gen bringt unter Umstän­den fol­gende drama­tis­che Ket­ten­reak­tio­nen in Gang:

  • Fehlt Zink, kann Vit­a­min B6 nicht in seine aktive Form über­führt wer­den;
  • zu wenig B6 bedeutet eine zu geringe Aktiv­ität der Enzyme Mono- und Diaminoox­i­dase
  • dies bedeutet, dass zu wenig His­t­a­min im Darm abge­baut wird.

    Geschwürige DarmentzündungDie Schleimhaut ist schon chronisch gerötet und zeigt eine entzündliche Tendenz. Über Veränderungen des Vitaminhaushaltes, des Säuregrads im Darm und eine schlechte Darmkeim- besiedelung sind Störungen der Schleinhaut des Darms möglich. All diese Prozesse können von einer Blockade des Atlas ausgelöst werden.

    Geschwürige Dar­mentzün­dung
    Die Schleimhaut ist schon chro­nisch gerötet und zeigt eine entzündliche Ten­denz. Über Verän­derun­gen des Vit­a­m­in­haushaltes, des Säure­grades im Darm und eine schlechte Darmke­imbe­siedelung sind Störun­gen der Schleimhaut des Darms möglich. All diese Prozesse kön­nen von ein­er Block­ade des Atlas aus­gelöst wer­den.

Jet­zt entwick­elt der kopfge­lenks­block­ierte Patient eventuell aller­gis­che Symp­tome, die allerd­ings nicht auf­grund ein­er echt­en Allergie entste­hen, son­dern wegen des Überange­bots an His­t­a­min auf­grund eines Zink- / Vit­a­min B6-Man­gels nur vor­getäuscht sind. Aber wer kommt schon auf den Gedanken, dass aller­gis­che Symp­tome auch über eine Block­ade der Kopfge­lenke aus­gelöst ein kön­nten? Hät­ten Sie das erwartet? Wer kommt schon auf den Gedanken, dass das Gefühl des “Aus­ge­pow­ert­seins” (gestörte Vagus­funk­tion = gestörte Dar­mak­tiv­ität = ver­ringerte Auf­nahme von Vital­stof­fen) und ein unerquick­lich­er Schlaf eben­falls über eine Kopfge­lenks­block­ade aus­gelöst wer­den kön­nen?

Infos zur Wichtigkeit von Vital­stof­fen wie Vit­a­mi­nen, Spurenele­menten, Fettsäuren, Min­er­alien und Aminosäuren find­en sie auf der Seit­en zur ORTHOMOLEKULAREN MEDIZIN und ADS/ADHS und LEGASTHENIE.

Auch durch eine Ver­drehung oder Verkan­tung der Wirbel der unteren HWS kann die in den Quer­fort­sätzen ver­laufende Blutver­sorgung des Gehirns dauer­haft eingeschränkt wer­den. Gle­ich­es trifft bei ein­er Block­ade in den Kopfge­lenken zu.

Die Blutver­sorgung des Gehirns kann dann bei Drehun­gen des Kopfes noch zusät­zlich hochgr­a­dig ver­min­dert wer­den, weswe­gen Betrof­fene bei bes­timmten Bewe­gun­gen schnell über Schwindel kla­gen. Wegen ein­er ver­ringerten Nährstoff- und Sauer­stof­fzu­fuhr auf dem Blutweg lei­den Gedächt­n­is­funk­tio­nen mit Störun­gen im Kurzzeit-, Langzeitgedächt­niss­es, Konzen­tra­tion (ADS, ADHS) und auf­grund gestörter Stof­fwech­sel­prozesse gerät das Gehirn in ein Neu­ro­trans­mit­ter­de­fiz­it mit Auswirkun­gen im psy­chis­chen Bere­ich (z.B. Depres­sio­nen, Aggres­sio­nen, Stim­mungswech­sel, Schiz­o­phre­nie, Psy­cho­sen…).

UNFÄLLEGOTT SEI DANK, NICHTS PASSIERT -
ABER SPÄTER KANN ES DICK KOMMEN!

In den Anam­ne­sege­sprächen (Anam­nese = Erhe­bung der Vorgeschichte der Beschw­er­den) zeigt es sich, dass länger zurück­liegende Unfälle ein häu­figer Grund ein­er Atlas­block­ade sein kön­nten. Der Ver­lauf der Beschw­er­den ist typ­isch: Anfangs hat man leichte Beschw­er­den, misst dem aber keine Bedeu­tung bei, weil man nach rel­a­tiv kurz­er Zeit wieder schmerzfrei ist oder gar keine richti­gen Schmerzen ver­spürt hat­te.

Oft wird die Verbesserung des Zus­tandes mit Krankengym­nas­tik, Phys­io­ther­a­pie und Hil­f­s­mit­teln (Hal­skrause) inner­halb kurz­er Zeit erre­icht. Jedoch bedeutet das Ver­schwinden der Symp­to­matik nicht, dass auch die Unregelmäßigkeit­en / Störun­gen / Schä­den / Fehlstel­lun­gen der HWS behoben sind. Schmerzfrei­heit bedeutet nicht, dass alles in Ord­nung ist! Die Störun­gen bleiben allerd­ings symp­tom­los weit­er beste­hen und besitzen eventuell die Ten­denz, sich im Laufe der Zeit immer mehr zu ver­schlim­mern.

Nach eini­gen Jahren erscheinen langsam Beschw­er­den, die allerd­ings NICHT IMMER MIT DER WIRBELSÄULE IN ZUSAMMENHANG gebracht wer­den. Fol­glich wer­den sie erst mit Medika­menten sowohl der kon­ser­v­a­tiv­en als auch der naturheilkundlichen Medi­zin mit wech­sel­n­dem Erfolg behan­delt. Erst wenn sich starke, evtl. chro­nis­che Beschw­er­den im Kopf­bere­ich ein­stellen, begin­nt man, an die Wirbel­säule als eventuellen Aus­lös­er allen Übels ins Kalkül zu ziehen.

Aber nicht jed­er Ther­a­peut erken­nt die Wirbel­säule als Krankheit­saus­lös­er an. Daher kann das Mar­tyri­um der Beschw­er­den über län­gere Zeit nur mit Medika­menten gebessert wer­den, wenn der Betrof­fene nicht seinem Gefühl ver­traut und den gut gemein­ten (aber lei­der falschen) Empfehlun­gen des Behan­dlers Folge leis­tet und auf manuelle Ther­a­pi­en der Wirbel­säule verzichtet. Meist besitzen Frauen einen 7. Sinn und spüren, wo die ganzen Beschw­er­den aus­gelöst wer­den.…..

Oft sind es eben die lange zurück­liegen­den Begeben­heit­en und Unfälle, denen man gar keine große Bedeu­tung zugem­sessen hat­te, die für eine Block­ade der Kopfge­lenke ver­ant­wortlich sind. Viele Betrof­fene haben sog­ar Verkehrsun­fälle vergessen; an die Blessuren der frühen Kind­heit kann man sich sowieso nicht erin­nern.

AtlasfehlstellungNach einem Autounfall stellte sich bei diesem jungen Mann eine Atlasfehlstellung ein. Der Atlas war zur rechten Seite verschoben, weswegen auch das rechte Ohr etwas höher steht, wie auf dem Bild sehr schön zu sehen ist. Die schiefe Haltung des Kopfes fiel dem jungen Mann selbst auf. Er versuchte bewusst, den Kopf normal zu halten.

Atlas­fehlstel­lung
Nach einem Autoun­fall stellte sich bei diesem jun­gen Mann eine Atlas­fehlstel­lung ein. Der Atlas war zur recht­en Seite ver­schoben, weswe­gen auch das rechte Ohr etwas höher ste­ht, wie auf dem Bild sehr schön zu sehen ist. Die schiefe Hal­tung des Kopfes fiel dem jun­gen Mann selb­st auf. Er ver­suchte bewusst, den Kopf nor­mal zu hal­ten.

Öfters höre ich im zweit­en Ter­min: “Da war übri­gens doch ein Unfall.….” Und sehr oft ist der zeitliche Zusam­men­hang zwis­chen Trau­ma und Auf­tauchen der Beschw­er­den erkennbar. Eine Behand­lung mit phys­io­ther­a­peutis­chen Meth­o­d­en und / oder orthopädis­chen Hil­f­s­mit­teln mit dem Erfolg des Aus­bleibens weit­er­er Beschw­er­den ist kein Garant für eine Besei­t­i­gung des Grun­des der gesund­heitlichen Prob­leme.

Die im Falle eines Unfalls auf die HWS ein­wirk­enden Kräfte wer­den leicht unter­schätzt. Der Umweltmedi­zin­er KUKLINSKI, Ros­tock, berichtet in einem sehr schö­nen Beispiel, dass bei einem Fall aus ein­er Höhe von 2,60m auf den Kopf (Kopfgewicht 4,5 kg) die gle­iche Energie auf den Kopf ein­wirken würde, wenn der Fahrer eines PKW mit etwa 105 km/h frontal gegen die Wand fährt.

Die Kraft, die auf den Quer­schnitt der HWS ein­wirkt, ist nach Kuk­lin­s­ki etwa 7-mal größer beim Sturz aus ein­er Höhe von 2,60m als bei einem Unfall frontal gegen die Wand. Der Grund liegt in der großen energiev­erzehren­den Knautschzone des KFZ. Hält man sich diese Tat­sache vor Augen, kann man sich leicht vorstellen, welche tragis­che Kon­se­quen­zen ein Sturz / Unfall auf den Kopf im Säuglings- (der Hal­teap­pa­rat ist noch nicht sehr fest!) oder Kinde­salter haben kann, auch wenn keine direkt sicht­baren Beschw­er­den danach auftreten!

LÖSUNG EINER ATLASBLOCKADE

Bei ein­er Atlas­block­ade find­en sich immer Wirbel­block­aden, Wirbelver­schiebun­gen und muskuläre Verspan­nun­gen gle­ichzeit­ig. Ein äußeres Zeichen des Syn­droms ist eine Ver­schiebung des Sitzes des Hin­terkopfes. Die Seite der stärk­er verspan­nten Hals- und Hin­terkopf­musku­latur ste­ht oft tiefer und die Hal­tung des Kopfes wird oft mit ein­er unbe­wussten Schiefhal­tung des Kopfes kor­rigiert.

Auf dem Bild etwas weit­er unten ist sehr schön zu sehen, dass bei an den Hin­ter­hauptss­chup­pen angelegten Fin­gern der Abstand auf der linken Kör­per­seite größer ist. Par­al­lel dazu ist meist der Atlas auf ein­er Seite bess­er tast­bar (unter­halb des Ohres zwis­chen Kiefer­winkel und Mas­toid (der nach unten spitz zulaufende Knochen hin­ter und unter dem Ohrloch) und auch recht schmerzempfind­lich bei Berührung.

Bei vie­len Men­schen zeigt sich fol­gen­der Befund:

    • Das rechte Bein ist kürz­er
    • Die rechte Schul­ter ste­ht tiefer
    • Der zweite Hal­swirbel (Axis) ist nach vorne ver­dreht und nach links ver­schoben
    • Der erste Hal­swirbel ist nach rechts ver­schoben, verkan­tet und nach links unten gekippt.
    • Die vorderen Hals­ge­fäße sind auf der recht­en Seite etwas geschwollen.

Die Musku­latur im hin­teren Hals­bere­ich ist typ­is­cher­weise stark verspan­nt. Daher sollte vor ein­er Kor­rek­tur eine Verspan­nung der Musku­latur durch Mas­sage, Trig­ger­punk­t­be­hand­lung, vor­bere­i­t­ende Lockerung der Kopfge­lenke oder auf andere Weise glock­ert und gelöst wer­den. Die eigentliche Repo­si­tion der ver­schobe­nen Wirbel erfol­gt in mehreren Einzelschrit­ten, wobei immer die kom­plette HWS (und Brust­wirbel­säule, Beck­en!) gerichtet wer­den sollte. Eine isolierte Behand­lung eines der ersten bei­den Hal­swirbel bzw. nur der bei­den ersten Wirbel sollte mein­er Ansicht nach nicht erfol­gen, da auf­grund der Verbindung der Dura Mater (siehe weit­er oben) eine gegen­seit­ige Bee­in­flus­sung stat­tfind­et.

Eine Repo­si­tion­ierung fehlste­hen­der Wirbel über MODERNE chi­ro­prak­tis­che Tech­niken ist nor­maler­weise sich­er und für Betrof­fene jeglichen Alters (sofern keine Kon­traindika­tio­nen vor­liegen) geeignet. Zu Unrecht wurde die mod­erne Chi­ro­prak­tik (griechisch: chi­ros = die Hand, Prax­is = Ausübung, also eine Ther­a­pie, die mit der Hand aus­geübt wird) in den let­zten Jahren als gefährliche Ther­a­pie abgestem­pelt.

AtlasfehlstellungVerschobene HWS einer jungen Frau. Der Hinterkopf "saß" nicht mehr richtig" auf der HWS.

Atlas­fehlstel­lung
Ver­schobene HWS ein­er jun­gen Frau. Der Hin­terkopf “saß” nicht mehr richtig” auf der HWS.

Wie viele Bere­iche der Medi­zin hat sich die Chi­ro­prak­tik in den let­zten Jahrzehn­ten enorm weit­er­en­twick­elt und sehr sichere Grifftech­niken für den empfind­lichen Bere­ich der oberen HWS geschaf­fen. Die Repo­si­tion ist in manchen Fällen mit einem Knack­en ver­bun­den, aber – richtig durchge­führt — nor­maler­weise völ­lig unge­fährlich. Die Chi­ro­prak­tik ist im Laufe von Jahrtausenden ent­standen. Wenn sie wirk­lich so gesund­heitss­chädi­gend wäre, wie teil­weise behauptet wird, wäre sie als Heil­ver­fahren schon lange ver­schwun­den.

Die eigentlich gut gemein­ten War­nun­gen vor chi­ro­prak­tis­chen Anwen­dun­gen sind ent­standen, weil ein “Uralt­griff” zu Ver­let­zun­gen geführt hat. Die Anwen­dung des ver­let­zungsträchti­gen Griffes kön­nte unge­fähr wie fol­gt beschrieben wer­den: Der Ther­a­peut ste­ht hin­ter dem Patien­ten und fix­iert den Kopf am Kinn mit dem Ell­bo­gen seines abgewinkel­ten Armes und dreht den Kopf zur einen Seite, um Schwung zu holen. Dann wird der Kopf mit Tem­po zur anderen Seite max­i­mal gedreht und während­dessen nach oben gezo­gen.

Dabei kann es passieren, dass der Kopf über den max­i­malen Bewe­gungsspiel­raum hin­aus gedreht wird. Dieser Griff aus frühen Jahren erlaubt die gle­ichzeit­ige Kor­rek­tur aller Hal­swirbel in einem Arbeits­gang, birgt aber die Gefahr, dass blutver­so­gende Gefäße in der Hal­swirbel­säule ein­reißen und zu Ein­blu­tun­gen führen.

Daniel David Palmer, USA (1845-1913) Begründer der Chiropraktik. Palmer kurierte den Pförtner Harvey Lillard am 18. September 1895 von seiner Schwer- hörigkeit, die nach anstrengender Arbeit erschienen war, indem er einen fehl- stehenden Brustwirbel durch Druck am Querfortsatz wieder in seine korrekte Position brachte.

Daniel David Palmer, USA (1845–1913)
Begrün­der der Chi­ro­prak­tik. Palmer kuri­erte den Pfört­ner Har­vey Lil­lard am 18. Sep­tem­ber 1895 von sein­er Schw­er­hörigkeit, die nach anstren­gen­der Arbeit erschienen war, indem er einen fehlste­hen­den Brust­wirbel durch Druck am Quer­fort­satz wieder in seine kor­rek­te Posi­tion brachte.

Eine so aus­gelöste Min­der­durch­blu­tung des Gehirns kann das Abster­ben einzel­ner Gehirnzellen, ganz­er Gehirnareale (beze­ich­net als Gehirn­schlag = Apoplex) und sog­ar den Tod zur Folge haben. Die Kor­rek­tur­griffe mod­ern­er Chi­ro­prak­tik wer­den alle inner­halb des Rah­mens des phys­i­ol­o­gis­chen Bewe­gungs­max­i­mums durchge­führt und soll­ten daher kein Ver­let­zungsrisiko bein­hal­ten.

WÄHREND UND NACH EINER ATLAS- KORREKTUR

Schon während ein­er Behand­lung treten bei den meis­ten Per­so­n­en Verän­derun­gen auf. Neben dem Gefühl, dass es “da oben entspan­nter ist” zeigt sich öfters ein langsam ein­set­zen­des Gefühl, welch­es in Armen, Beinen oder auch im ganzen Kör­p­er auftreten kann.

Nach vol­l­zo­gen­er Atlasko­r­rek­tur kön­nen sich bedeu­tende Verän­derun­gen im Befind­en ein­stellen: Schwindel kann plöt­zlich ver­schwinden, Ohrg­eräusche wer­den leichter, Geist und Sehen wer­den spon­tan klar­er und vor allem zeigt sich eine gelun­gene Kor­rek­tur in ein­er Lösung des Engege­fühls im oberen Kopf­bere­ich, der Kopf fühlt sich manch­mal an, als ob er dop­pelt so bre­it wäre.

Patien­ten bericht­en immer wieder über ein plöt­zlich­es, weites Gefühl im Oberkopf vor allem bei der ersten Kor­rek­tur. Öfters höre ich auch Bemerkun­gen wie “ich bin jet­zt richtig müde, ich kön­nte jet­zt schlafen” — meist begleit­et von einem tiefen Gäh­nen. Diese Reak­tion ist ein wun­der­bares Zeichen, denn nach der Lösung des Sym­pa­thikusstress­es gön­nt sich der über­forderte Organ­is­mus eine Erhol­ungspause.

Die Quer­fort­sätze des Atlas sind jet­zt nor­maler­weise bei­d­seits gle­ich­mäßig gut spür­bar und die Empfind­lichkeit des Quer­fort­satzes der block­ierten Seite ist typ­is­cher­weise so gut wie ver­schwun­den. In den fol­gen­den Wochen emp­fiehlt sich eine Nach­be­hand­lung muskulär­er Struk­turen mit Kon­trolle mit eventueller Kor­rek­tur der Atlas­po­si­tion. Der Grund liegt in ein­er starken Ver­fes­ti­gung muskulär­er Struk­turen während der Zeit (im schlimm­sten Falle von Geburt an) der Atlas­fehlstel­lung.

NOTA BENE:

Schon vor der eigentlichen Atlasko­r­rek­tur sollte eine Kor­rek­tur eines Beck­en­schief­s­tandes erfol­gen, denn über die harte Hirn­haut, die so genan­nte Dura mater, sind Beck­en und obere HWS fest miteinan­der ver­bun­den (siehe oben). In anderen Behand­lungs­for­men wird diese Verbindung als cranio-sacrales-Sys­tem beze­ich­net (Cra­ni­um = Schädel; os sacrum = Kreuzbein im Beck­en). Ein Beck­en­schief­s­tand kann nach diesem Sys­tem eine Ver­schiebung der Atlas erzwin­gen und umgekehrt.

Eben­so sollte vor der Atlasko­r­rek­tur ein Ein­richt­en der Brust- und Lenden­wirbel­säule stat­tfind­en, da Prob­leme der Wirbel­säule sich bis in den Hals fort­set­zen. Eine gut aufgerichtete Brust­wirbel­säule ist eine gute Basis für eine richtig funk­tion­ierende Hal­swirbel­säule.

Eine chi­ro­prak­tis­che Studie ergab eine Quote von 80% atlaslux­iert­er (lux­iert = ver­renkt) Kinder bis zu einem Alter von 6 Jahren. Wenn man bedenkt, dass auf­grund viel­er klein­er Unfälle bei fast jed­er­mann im Laufe des Lebens mehr oder weniger starke Kräfte auf die HWS ein­wirken, scheint es fast real­is­tisch, dass schätzungsweise 90% —  95% der Bun­des­bürg­er im Bere­ich der Kopfge­lenke und Atlas / Axis in irgen­dein­er Form lux­iert sind!

Atlas - FehlstandDie Aufnahme zeigt einen Fehlstand des Atlas. Der Abstand auf der rechten Seite um zweiten Halswirbel ist deutlich größer. Der Dens des Axis, um den sich der erste Halswirbel dreht, ragt in den Atlas hinein. Die Aufnahme wurde von vorne durch den Mund gemacht, um die Strukturen gut darstellen zu können, ist aber nicht von der Dame im links beschriebenen Fall. Ich bedanke mich bei Frau B.B., die der Veröffentlichung ihrer Aufnahme spontan zugestimmt hat, und weise darauf hin, dass dieses Bild dem Copyright© der Patientin unterliegt.

Atlas — Fehl­stand
Die Auf­nahme zeigt einen Fehl­stand des Atlas. Der Abstand auf der recht­en Seite um zweit­en Hal­swirbel ist deut­lich größer. Der Dens des Axis, um den sich der erste Hal­swirbel dreht, ragt in den Atlas hinein.
Die Auf­nahme wurde von vorne durch den Mund gemacht, um die Struk­turen gut darstellen zu kön­nen, ist aber nicht von der Dame im links beschriebe­nen Fall.
Ich bedanke mich bei Frau B.B., die der Veröf­fentlichung ihrer Auf­nahme spon­tan zuges­timmt hat, und weise darauf hin, dass dieses Bild dem Copy­right© der Pati­entin unter­liegt.

Trotz erfol­gre­ich­er Kor­rek­turen und regelmäßiger Nach­be­hand­lung zeigt sich bei manchen Per­so­n­en das Phänomen, dass die Kor­rek­turen im Beck­en­bere­ich und hoch bis zur Hal­swirbel­säule recht gut (wenn auch nicht voll­ständig) hal­ten, die HWS selb­st jedoch immer wieder starke Wirbel­block­aden aufweist. Der Grund hier­für kön­nte dann in einem fehlste­hen­den Biss zu find­en sein. Mehr hierzu auf der Unter­seite KIEFERGELENKSBESCHWERDEN.

Auf der Seite MYKOPFGELENKBLOCKADE kön­nen sie anhand eines Patien­ten­berichts nach­le­sen, welche Nach­forschun­gen und Anstren­gun­gen Herr Struck als Betrof­fen­er unter­nom­men hat, um seine Beschw­er­den los zu wer­den.

Der Schmerz ist als Antrieb zum Han­deln eben­so wirk­sam und wertvoll wie die Freude, denn wir betäti­gen unsere Kräfte eben­so gern zur Ver­mei­dung des ersteren wie zur Erre­ichung der let­zteren.
(John Locke)

Wichtig:


Inwieweit ich Fra­gen zu Krankheit­en, deren Ursachen und Ther­a­piean­sätze oder zu mir bekan­nten Ther­a­peuten in Ihrer Wohnort­nähe oder ander­swo beant­worte, lesen Sie bitte unter ANFRAGEN ZU THERAPEUTEN nach.


Ich bedanke mich für Ihr Ver­ständ­nis!

HIER kön­nen Sie den Erstanam­ne­se­bo­gen down­load­en oder aus­druck­en.

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